„Ein Dünner überlebt zehn Fette“. So makaber dieses jiddische Sprichwort auch klingen mag, es könnte mehr Wahrheit dahinter stecken, als man denken möchte. Fast die Hälfte aller Menschen in Deutschland ist zu dick.
Die Ursachen für Übergewicht sind vielfältig und nicht mit nur einem Ansatz erklärbar. Neben Essverhaltensstörungen, liegen die häufigsten Ursachen für ein zu hohes Gewicht in Stoffwechselstörungen und genetischen Faktoren. Darüber hinaus kommt sportliche Inaktivität meist noch hinzu, so dass ein Mangel an Energieverbrauch einer hohen Energiezufuhr gegenübersteht. Viele übergewichtige Menschen sehen im „Naschen“ auch eine Art Befriedigung, die leicht zu einer Sucht ausarten kann. Wer Fertigprodukte mit einem hohen Fructose-Anteil zu sich nimmt, regt damit die Fetteinlagerung an und wird dadurch schneller dick. Oft spielen auch psychologische Faktoren eine eminente Rolle. Beispielsweise Depressionen oder Minderwertigkeitskomplexe werden oftmals mit hemmungslosen Essanfällen „bekämpft“.
Ein banaler Grund ist in Deutschland, eigentlich in allen westlichen Ländern, außerdem die dauerhafte und kostengünstige Nahrungsmittelverfügbarkeit. Es ist ganz einfach: Wo viel Essensangebot herrscht, wird viel verzehrt.
Hinzu kommt der mediale Einfluss. Werbungen für Alkoholika, Süßigkeiten, Fastfood und Knabbereien begünstigen die derzeitige Entwicklung zusätzlich.
Adipöse Menschen (BMI ≥ 30) sind einem erhöhten Mortalitätsrisiko ausgesetzt. Sprich, die Lebenserwartung ist gegenüber Normalgewichtigen geringer.
Viele übergewichtige Menschen haben Herz- und Kreislaufprobleme, Gelenkschmerzen aufgrund eines übermäßigen Verschleißes durch eine höhere Belastung und sind stark krebsgefährdet. Nicht selten gehen Krankheiten wie Arthrose, Diabetes oder Bluthochdruck mit Übergewicht einher. Zudem vermindert die Zeugungsfähigkeit. Bei einer Gewichtszunahme von etwa neun Kilogramm steigt die Unfruchtbarkeitswahrscheinlichkeit um zehn Prozent. Ferner leiden Übergewichtige partiell an psycho-sozialen Folgen: Sie grenzen sich selbst aus, weil sie sich in ihrer Haut nicht wohlfühlen, essen in sich hinein und nehmen immer weiter zu. Ein scheinbar niemals endender Teufelskreis.
Update vom 06.04.2010: Bei Übergewicht handelt es sich also keinesfalls um eine Lappalie, sondern um ein ernstzunehmendes Problem. Ist man übergewichtig und möchte wieder schlank werden, sollte man sich auf jeden Fall von einem Arzt beraten lassen.
DAK und Charité schließen den bislang einzigen Adipositas-Vertrag und wollen so Menschen mit extremem Übergewicht beim Abnehmen unter die Arme greifen.
Das einjährige Programm, zu dem sich die Patienten entweder selbst oder über ihren Hausarzt anmelden können, besteht aus einem Mix aus Ernährungsberatung, Bewegungstraining, sowie Verhaltens- und Entspannungstherapie. Im ersten Halbjahr sollen die Patienten fünf Termine pro Woche wahrnehmen und im zweiten werden dann die Sequenzen langsam abgebaut.
Dieses Programm zielt auf eine langfristige Verhaltensänderung ab und beansprucht Individualität für jeden Behandlungsplan. Bislang ist das Ganze nur für Patienten in Berlin und Brandenburg zugänglich. Bei einer Rate von 30 % extrem Übergewichtigen in der Bundesrepublik wäre anzuraten, solche Programme auch bundesweit zu initiieren…
Die Zahl der übergewichtigen Menschen in Deutschland steigt seit einiger Zeit von Jahr zu Jahr an. Derzeit sind bei rund 83 Mio. Menschen in der Bundesrepublik fast 50% (ca. 39 Mio.) zu dick. Ob das nun an Gendefekten, Essgewohnheiten oder Behäbigkeit liegt, spielt kaum eine Rolle, denn die nackten Zahlen sprechen deutliche Worte. Und die Leidtragenden sind nicht nur die Übergewichtigen selbst, sondern auch der Staat, der etwa 70 Milliarden Euro jährlich für ernährungsbedingte Krankheitsbehandlungen aufbringen muss.
Doch das soll sich in Zukunft ändern. Das deutsche Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und das Bundesministerium für Gesundheit haben deshalb im Jahr 2007 einen Aktionsplan namens „Gesunde Ernährung und Bewegung“ verabschiedet. Ziel dieses Aktionsplans ist es, Fehlernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel und damit verbundenen Erkrankungen vorzubeugen und somit die Kosten zu senken.
Durch den Ausbau attraktiver Bewegungsmöglichkeiten im Wohn- sowie im Arbeitsumfeld sollen die Menschen dazu angespornt werden, mehr Sport zu treiben und diesen zu einem festen Bestandteil des Alltags zu machen. Zudem soll das Sortiment von Kantinenmahlzeiten erweitert und verbessert werden, die Menschen sollen am Arbeits- bzw. Ausbildungsplatz die Chance auf und Informationen über gesunde Ernährung erhalten. Die eben genannten Programmpunkte sind nur ein kleiner Teil dessen, was sich die Ministerien haben einfallen lassen. Ob durch Aktionspläne, Ernährungsberatungen oder Magenballone, es muss etwas unternommen werden, denn die derzeitige Lage ist erschreckend.
Das Krankheitsbild ist durch eine übermäßige Ansammlung von Fettzellen im Körper gekennzeichnet. Dabei ist zu beachten, dass das Übergewicht von krankhaften Auswirkungen begleitet ist. Grundsätzlich unterscheidet man bei Adipositas zwischen drei Schweregraden, welche jeweils durch den BMI bestimmt werden. Diese sind:
- Adipositas ersten Grades: BMI 30–34
- Adipositas zweiten Grades: BMI 35–39
- Adipositas dritten Grades: BMI größer 40
(auch Adipositas permagna oder morbide Adipositas genannt)
Ursachen für Adipositas
Adipositas wird häufig als Begleiterscheinung der Wohlstandsentwicklung bezeichnet. Tatsächlich werden als Hauptursachen für Adipositas falsche Ernährung sowie soziale und kulturelle Faktoren betrachtet.
Als weitere Ursachen für eine Adipositas-Erkrankung gelten genetische Faktoren, krankheitsbedingte Faktoren, Nebenwirkungen von Medikamenten und die Qualität der konsumierten Lebensmittel.
Verfahren um Adipositas zu behandeln werden unter dem Begriff Adipositaschirurgie subsummiert. Dazu zählen z.B. die Behandlung mit einem Magenballon oder einem Magenband. Nicht dazu zählt z.B. eine Fettabsaugung, da diese nicht zum dauerhaften Abnehmen geeignet ist.